Drehzahltabelle zum Bohren - Richtwerte für jeden Werkstoff

Alex Eichhorn .

22. Oktober 2026

Mann hält Bohrer und Akkuschrauber bereit. Eine Drehzahltabelle zum Bohren hilft bei der Auswahl der richtigen Einstellung für das Holzprojekt.

Beim Bohren entscheidet die Drehzahl darüber, ob ein Loch sauber wird, der Bohrer lange hält oder sich die Schneide schon nach wenigen Sekunden verfärbt. Eine Drehzahltabelle zum Bohren liefert dafür schnelle Richtwerte nach Werkstoff und Bohrerdurchmesser. Hier findest du eine praxisnahe Tabelle, die passende Berechnungsformel sowie Hinweise zu HSS-Bohrern, Aluminium, Edelstahl, Holz und typischen Fehlern.

Mit diesen Richtwerten startest du sicher in die Bohrung

  • Größerer Bohrer bedeutet grundsätzlich eine niedrigere Drehzahl.
  • Für Edelstahl langsam bohren und ausreichend kühlen.
  • Die Tabelle gilt vor allem für HSS-Spiralbohrer und liefert Startwerte, keine absoluten Vorgaben.
  • Die Berechnung erfolgt mit n = (vc × 1000) / (π × d).
  • Bei Handbohrmaschinen zählt zusätzlich die maximale Geräteleistung und eine sichere Werkstückspannung.

Die passende Drehzahl fürs Bohren schnell ablesen

Die folgende Tabelle enthält bewusst eher konservative Startwerte für HSS-Spiralbohrer. Sie eignet sich für eine stabile Tisch- oder Säulenbohrmaschine ebenso wie als Orientierung für eine Handbohrmaschine, sofern deren Drehzahl regelbar ist.

Bohrer-Ø Holz Baustahl Edelstahl Aluminium Messing Kunststoff
2 mm 3.500 U/min 2.400 U/min 1.500 U/min 5.000 U/min 4.000 U/min 2.000 U/min
3 mm 3.000 U/min 2.100 U/min 1.200 U/min 4.500 U/min 3.500 U/min 1.700 U/min
4 mm 2.600 U/min 1.800 U/min 1.000 U/min 4.000 U/min 3.000 U/min 1.400 U/min
5 mm 2.150 U/min 1.500 U/min 800 U/min 3.500 U/min 2.600 U/min 1.150 U/min
6 mm 1.800 U/min 1.200 U/min 600 U/min 3.000 U/min 2.200 U/min 950 U/min
8 mm 1.100 U/min 800 U/min 360 U/min 2.000 U/min 1.450 U/min 600 U/min
10 mm 650 U/min 500 U/min 220 U/min 1.200 U/min 900 U/min 350 U/min
12 mm 500 U/min 400 U/min 180 U/min 900 U/min 700 U/min 300 U/min

Bei Holz hängt der zulässige Wert stark vom Bohrertyp ab. Ein Holzspiralbohrer, ein Forstnerbohrer und ein Flachfräsbohrer arbeiten nicht identisch. Besonders bei großen Forstnerbohrern würde ich die Tabelle nur als oberen Orientierungswert verwenden und die Drehzahl eher reduzieren.

Auch die Maschine setzt Grenzen. Wenn die Tabelle für einen 2-mm-Bohrer 5.000 U/min nennt, deine Bohrmaschine aber nur 3.000 U/min erreicht, stellst du einfach die höchste verfügbare Stufe ein. Eine zu niedrige Drehzahl ist bei kleinen Durchmessern meist weniger problematisch als eine überhitzte Schneide durch zu hohe Umfangsgeschwindigkeit.

Warum der Bohrerdurchmesser die Drehzahl verändert

Entscheidend ist nicht die Drehzahl allein, sondern die Schnittgeschwindigkeit. Sie beschreibt, wie schnell sich die Schneide am äußeren Umfang durch das Material bewegt. Bei gleicher Drehzahl legt ein großer Bohrer pro Umdrehung deutlich mehr Weg zurück als ein kleiner.

Deshalb muss ein 10-mm-Bohrer wesentlich langsamer laufen als ein 3-mm-Bohrer. Wird ein großer Bohrer zu schnell betrieben, entsteht viel Reibungswärme. Das führt zu blauen Schneiden, stumpfen Bohrern, verschmiertem Aluminium und im schlimmsten Fall zu einem festgehenden Werkzeug.

Die einfache Berechnungsformel

Die Drehzahl wird mit folgender Formel ermittelt:

n = (vc × 1000) / (π × d)

  • n steht für die Drehzahl in U/min.
  • vc ist die empfohlene Schnittgeschwindigkeit in Metern pro Minute.
  • d bezeichnet den Bohrerdurchmesser in Millimetern.

Beispiel: Für einen 8,5-mm-HSS-Bohrer in Baustahl und eine Schnittgeschwindigkeit von 24 m/min ergibt sich n = 24 × 1000 / (3,14 × 8,5). Das Ergebnis liegt bei rund 900 U/min, also sehr nahe an einem typischen Tabellenwert.

Die Formel ist besonders hilfreich, wenn dein Durchmesser nicht in der Tabelle steht. Ich runde das Ergebnis in der Werkstatt auf die nächste verfügbare Maschinenstufe ab. So bleibt etwas Reserve, wenn Werkzeug, Maschine oder Werkstoff nicht exakt den Idealbedingungen entsprechen.

Material und Bohrer richtig zusammen beurteilen

Der Werkstoff bestimmt, wie viel Wärme die Schneide verträgt und wie schnell sie durch das Material laufen darf. Zusätzlich zählt der Bohrertyp. Ein HSS-Bohrer aus Schnellarbeitsstahl braucht andere Werte als ein HSS-Co-Bohrer mit Kobaltanteil oder ein Vollhartmetallbohrer.

Baustahl und Edelstahl

Bei Baustahl funktionieren mittlere Drehzahlen und ein gleichmäßiger Vorschub meist zuverlässig. Für Edelstahl gilt deutlich mehr Zurückhaltung. Der Bohrer darf nicht lange auf der Stelle reiben, denn dadurch kann sich die Oberfläche kaltverfestigen. Das Material wird an dieser Stelle härter und lässt sich anschließend noch schwerer bearbeiten.

Ich setze bei Edelstahl lieber etwas niedriger an und verwende Schneidöl oder eine geeignete Bohrpaste. Besonders bei Bohrungen ab etwa 6 mm sollte die Wärmeabfuhr ernst genommen werden. Eine kurze Entlastung zum Spanbrechen hilft zusätzlich, solange der Bohrer nicht ohne Vorschub minutenlang im Loch läuft.

Aluminium und Messing

Aluminium erlaubt meist höhere Drehzahlen als Stahl. Das bedeutet aber nicht, dass jede hohe Einstellung automatisch gut ist. Weiches Aluminium kann an der Schneide kleben, wenn der Bohrer stumpf ist oder zu wenig Schmierung verwendet wird. Ein scharfer Bohrer, ein sauberer Spanabfluss und ein dünner Schmierfilm machen hier oft mehr aus als die letzte Stufe am Drehzahlregler.

Messing lässt sich grundsätzlich gut bohren, kann bei bestimmten Legierungen aber zum Einziehen des Bohrers neigen. Bei dünnen Blechen hilft eine feste Unterlage. Für saubere Durchbrüche sollte der Vorschub kurz vor dem Austritt reduziert werden, damit die Rückseite nicht ausreißt.

Holz und Kunststoff

Holz verzeiht viele Drehzahlfehler, solange der passende Bohrer verwendet wird. Bei großen Durchmessern entsteht trotzdem erhebliche Wärme, besonders mit Forstnerbohrern. Ich arbeite dann lieber mit niedriger Drehzahl und kontrolliertem Vorschub, statt das Werkzeug mit maximaler Geschwindigkeit durch das Werkstück zu drücken.

Kunststoff ist besonders unterschiedlich. Hartkunststoffe können sauber geschnitten werden, während weiche Sorten schmelzen oder sich um den Bohrer wickeln. Eine niedrigere Drehzahl, scharfe Schneiden und gelegentliches Herausziehen zur Spanabfuhr sind hier oft die bessere Kombination.

So stellst du die Drehzahl in der Praxis ein

Eine Tabelle ist nur der erste Schritt. Vor dem Einschalten prüfe ich immer, ob der Bohrer scharf ist, sicher im Futter sitzt und das Werkstück nicht verrutschen kann. Gerade beim Bohren von Metall ist eine feste Spannung wichtiger, als viele Einsteiger vermuten.

  1. Werkstoff und Bohrerdurchmesser bestimmen.
  2. Passenden Richtwert aus der Tabelle auswählen.
  3. Bei Edelstahl, großen Durchmessern oder unbekannter Legierung zunächst niedriger starten.
  4. Werkstück einspannen und Schutzbrille tragen.
  5. Mit gleichmäßigem Druck bohren und den Span regelmäßig brechen.
  6. Temperatur, Spanform und Geräusch beobachten und die Drehzahl bei Bedarf anpassen.

Ein sauberer Span ist ein gutes Zeichen. Wird der Span sehr lang, verfärbt sich der Bohrer oder quietscht die Maschine, stimmt meistens die Kombination aus Drehzahl, Vorschub und Kühlung nicht. Bei einer Handbohrmaschine kommt hinzu, dass der Druck schnell ungleichmäßig wird. Für präzise Metallbohrungen ist eine Säulenbohrmaschine deshalb klar im Vorteil.

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Vorbohren und Aufbohren

Bei größeren Bohrungen kann Vorbohren sinnvoll sein. Der kleinere Bohrer entlastet die Querschneide des großen Werkzeugs und erleichtert den Eintritt. Ich wähle den Vorbohrer aber nicht beliebig klein, sondern so, dass die Querschneide des größeren Bohrers nicht mehr vollständig auf einer ungeschnittenen Fläche arbeitet.

Beim anschließenden Aufbohren reduziere ich die Drehzahl nochmals, weil nun der größere Durchmesser maßgeblich ist. Bei sehr dünnem Blech kann ein Stufenbohrer die sauberere Lösung sein, da er weniger zum Verkanten neigt und mehrere Durchmesser in einem Werkzeug vereint.

Typische Fehler bei der Drehzahlwahl vermeiden

Der häufigste Fehler ist eine zu hohe Drehzahl bei großen Bohrern. Ein 12-mm-Bohrer, der mit der Einstellung eines 4-mm-Bohrers läuft, erzeugt schnell übermäßige Wärme. Das Ergebnis ist selten ein schnelleres Loch, sondern meist ein stumpfer Bohrer und eine beschädigte Oberfläche.

  • Zu hohe Drehzahl: Schneide überhitzt, Werkstoff schmilzt oder Bohrer wird stumpf.
  • Zu niedrige Drehzahl: Der Bohrer schabt nur, bildet keine sauberen Späne und kann stärker ruckeln.
  • Zu wenig Vorschub: Besonders Edelstahl verhärtet an der Oberfläche.
  • Kein Kühlmittel: Bei Stahl und Edelstahl sinkt die Standzeit deutlich.
  • Werkstück nicht gespannt: Das Bauteil kann sich mitdrehen oder den Bohrer verkanten.
  • Falscher Bohrer: Ein Holzbohrer oder Steinbohrer ersetzt keinen geeigneten Metallbohrer.

Bei Senkern gilt eine eigene Besonderheit. Da der Senker einen deutlich größeren wirksamen Durchmesser besitzt, sollte er mit einer sehr niedrigen Drehzahl laufen. Als praktische Orientierung wird häufig die Drehzahl eines etwa 20-mm-Bohrers verwendet, sofern die Maschine und der Senker dafür geeignet sind.

Für Beton, Mauerwerk und Naturstein gilt diese Tabelle nicht. Dort entscheidet vor allem, ob ohne Schlag, mit Schlag oder mit einem Bohrhammer gearbeitet wird. Steinbohrer und SDS-Werkzeuge brauchen daher eigene Herstellerangaben.

Eine kleine Routine für saubere und haltbare Bohrungen

Für die meisten Arbeiten reicht eine einfache Regel. Ich bestimme zuerst Material und Durchmesser, wähle einen scharfen und passenden Bohrer und beginne mit dem Tabellenwert oder leicht darunter. Danach kontrolliere ich nicht nur das Ergebnis, sondern auch Spanbild, Geräusch und Werkzeugtemperatur.

Die beste Einstellung ist nicht immer die rechnerisch höchste. Konstante Bewegung, gute Werkstückspannung und passende Kühlung entscheiden in der Praxis oft stärker über die Lebensdauer des Bohrers als eine Abweichung von 100 U/min. Wer diese drei Punkte beherrscht, nutzt jede Drehzahltabelle deutlich zuverlässiger.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für einen HSS-Spiralbohrer in Baustahl nennt die Tabelle je nach Durchmesser etwa 2.400 U/min bei 2 mm, 1.200 U/min bei 6 mm und 400 U/min bei 12 mm. Größere Bohrer brauchen wegen der höheren Umfangsgeschwindigkeit eine deutlich niedrigere Drehzahl.
Die passende Drehzahl ergibt sich aus n = (vc × 1000) / (π × d). Dabei steht vc für die Schnittgeschwindigkeit in Metern pro Minute und d für den Bohrerdurchmesser in Millimetern. Für einen 8,5-mm-Bohrer in Baustahl bei 24 m/min ergeben sich rund 900 U/min.
Edelstahl sollte mit niedriger Drehzahl, gleichmäßigem Vorschub und Schneidöl oder Bohrpaste bearbeitet werden. Zu wenig Vorschub oder langes Reiben kann die Oberfläche kaltverfestigen, wodurch das Material an dieser Stelle härter wird. Bei Bohrungen ab etwa 6 mm ist eine gute Wärmeabfuhr besonders wichtig.
Die Werte für Holz hängen stark vom Bohrertyp ab. Holzspiralbohrer, Forstnerbohrer und Flachfräsbohrer arbeiten unterschiedlich. Bei großen Forstnerbohrern sollte die Tabelle nur als oberer Orientierungswert dienen und die Drehzahl eher reduziert werden.
Die Maschine begrenzt die höchstens mögliche Drehzahl. Wird für einen kleinen Bohrer ein höherer Wert empfohlen als die Maschine erreicht, verwendest du die höchste verfügbare Stufe. Zusätzlich müssen Werkstück und Bohrer sicher gespannt sein, eine Schutzbrille getragen und Drehzahl, Vorschub sowie Werkzeugtemperatur beobachtet werden.
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Autor Alex Eichhorn
Alex Eichhorn
Mein Name ist Alex Eichhorn und ich habe sechs Jahre Erfahrung in den Bereichen Informatik, Naturwissenschaften und moderne Technologien. Schon früh entwickelte ich eine Faszination für die Wechselwirkungen zwischen Technologie und unserem Alltag. Diese Leidenschaft treibt mich an, komplexe Themen verständlich zu machen und Leser bei der Entschlüsselung aktueller Trends zu unterstützen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Informatik und Naturwissenschaften, wobei ich großen Wert auf die Genauigkeit und Aktualität der Informationen lege. Mein Ansatz besteht darin, Quellen sorgfältig zu prüfen und schwierige Konzepte zu vereinfachen, damit sie für jeden zugänglich sind. Ich glaube daran, dass Wissen klar und strukturiert vermittelt werden sollte, um einen echten Mehrwert zu bieten.
Kommentare (1)
  • L

    Louisa76

    23. Oktober 2026

    Also das mit der Drehzahl ist echt so ein Ding, hab mich da schon oft vertan und dann war der Bohrer durch oder das Material sah aus wie Kraut und Rüben 😂. Gut, dass ihr das mal so übersichtlich zusammengefasst habt, besonders die Sache mit Edelstahl und dem Kühlen, das vergesse ich immer wieder. Und ja, größere Bohrer = langsamere Drehzahl, klingt logisch, aber im Eifer des Gefechts... naja. Danke für die Erinnerung! 👍

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