Elektrischen Widerstand berechnen mit dem Ohmschen Gesetz

Darius Götz .

23. Oktober 2026

Das Ohm'sche Dreieck zeigt, wie man Spannung, Stromstärke und Widerstand berechnen kann. Formeln für Widerstand, Stromstärke und Spannung.

Wer den elektrischen Widerstand berechnen will, braucht meist nur drei Größen: Spannung, Stromstärke und den passenden Zusammenhang zwischen ihnen. Ich zeige dir den Rechenweg mit dem Ohmschen Gesetz, erkläre Reihen- und Parallelschaltungen und gehe auf typische Messfehler sowie den Einfluss von Material, Länge, Querschnitt und Temperatur ein.

Die wichtigsten Rechenregeln auf einen Blick

  • Grundformel: Der Widerstand ergibt sich aus Spannung geteilt durch Stromstärke.
  • Einheit: Der elektrische Widerstand wird in Ohm angegeben, dem Einheitenzeichen Ω.
  • Reihenschaltung: Einzelwiderstände werden addiert.
  • Parallelschaltung: Der Gesamtwiderstand ist kleiner als der kleinste Einzelwiderstand.
  • Messung: Der Widerstand darf nur in einem spannungsfreien Stromkreis direkt mit dem Multimeter gemessen werden.

Die Grundformel verbindet Spannung, Strom und Widerstand

Das Ohmsche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung U, Stromstärke I und Widerstand R. Für einen ohmschen Leiter gilt bei konstanter Temperatur:

R = U / I

Die Spannung wird in Volt angegeben, die Stromstärke in Ampere und der Widerstand in Ohm. Ein Ohm entspricht dabei genau 1 V/A. Ich merke mir die Formel nicht als kompliziertes Dreieck, sondern frage zuerst, welche zwei Werte bekannt sind und welche Größe gesucht wird.

Gesuchte Größe Formel Einheit
Widerstand R = U / I Ohm, Ω
Spannung U = R · I Volt, V
Stromstärke I = U / R Ampere, A

Die Regel funktioniert direkt bei ohmschen Widerständen, deren Strom-Spannungs-Verhältnis gleich bleibt. Bei einer Glühlampe, einer Leuchtdiode oder vielen elektronischen Bauteilen verändert sich der Widerstand jedoch mit der Temperatur oder dem Betriebszustand. Dann ist der berechnete Wert nur der Widerstand für den jeweiligen Arbeitspunkt.

Stromkreis mit Batterie (12V) und Glühbirne (6Ω). Pfeile zeigen den Stromfluss. Fragezeichen deutet an, dass man den Widerstand berechnen soll.

Mit konkreten Zahlen wird die Rechnung sofort klar

Beispiel mit Spannung und Stromstärke

An einem Widerstand liegen 12 V an. Das Amperemeter zeigt eine Stromstärke von 0,5 A. Eingesetzt in die Formel ergibt sich:

R = 12 V / 0,5 A = 24 Ω

Der gesuchte Widerstand beträgt also 24 Ohm. Genau diese einfache Umformung ist der typische Einstieg, wenn Messwerte aus einem Experiment oder Datenblatt vorliegen.

Beispiel mit Leistung

Manchmal sind Spannung und Leistung bekannt, nicht aber die Stromstärke. Dann helfen die Leistungsformeln P = U · I und P = U² / R. Für einen Verbraucher mit 230 V und 1150 W ergibt sich:

R = U² / P = 230² / 1150 = 46 Ω

Der Wert beschreibt den rechnerischen Betriebswiderstand bei dieser Leistung. Bei Heizgeräten passt das meist gut, bei Motoren oder Netzteilen kann der Widerstand während des Betriebs deutlich anders ausfallen.

Einheiten zuerst prüfen

Ein häufiger Fehler entsteht, wenn Milliampere oder Kilovolt ungeprüft in die Formel eingesetzt werden. 100 mA entsprechen 0,1 A und 2 kV entsprechen 2000 V. Ich wandle deshalb alle Größen vor dem Rechnen in passende Grundeinheiten um und runde erst am Ende.

Reihen- und Parallelschaltungen richtig behandeln

Bei mehreren Widerständen reicht die einfache Einzelrechnung nicht aus. Zuerst wird der Ersatzwiderstand der Schaltung bestimmt. Er beschreibt, welchen Widerstand die gesamte Schaltung aus Sicht der Spannungsquelle besitzt.

Reihenschaltung

In einer Reihenschaltung fließt durch alle Widerstände dieselbe Stromstärke. Der Gesamtwiderstand ist die Summe der Einzelwerte:

Rges = R1 + R2 + R3

Bei 10 Ω, 22 Ω und 68 Ω ergibt sich ein Gesamtwiderstand von 100 Ω. Jeder weitere Widerstand erhöht den Gesamtwert, weshalb die Stromstärke bei gleicher Versorgungsspannung sinkt.

Lesen Sie auch: Timestamp zu LocalDateTime - Fehler bei Zeitzonen vermeiden

Parallelschaltung

Bei einer Parallelschaltung liegt an jedem Zweig dieselbe Spannung an. Für zwei Widerstände gilt:

Rges = (R1 · R2) / (R1 + R2)

Für 100 Ω und 300 Ω folgt:

Rges = (100 · 300) / (100 + 300) = 75 Ω

Der Gesamtwiderstand liegt damit unter dem kleineren Einzelwiderstand. Das ist ein nützlicher Plausibilitätscheck. Bei drei oder mehr parallelen Widerständen verwende ich die allgemeine Form 1 / Rges = 1 / R1 + 1 / R2 + 1 / R3.

Schaltung Gleiche Größe Gesamtwiderstand
Reihe Stromstärke Summe der Einzelwiderstände
Parallel Spannung Kleiner als der kleinste Einzelwiderstand

Gemischte Schaltungen löse ich von innen nach außen. Zuerst fasse ich eindeutig parallele oder serielle Teilgruppen zusammen, ersetze sie durch einen Ersatzwiderstand und wiederhole den Schritt, bis nur noch ein Gesamtwert übrig bleibt.

Widerstand messen und das Ergebnis kontrollieren

Eine Rechnung liefert nur dann einen brauchbaren Wert, wenn die Messgrößen korrekt erfasst wurden. Für die Spannung wird das Voltmeter parallel zum Bauteil angeschlossen, für die Stromstärke das Amperemeter in Reihe. Eine falsche Anschlussart kann nicht nur das Ergebnis verfälschen, sondern auch das Messgerät beschädigen.

Für die direkte Widerstandsmessung stelle ich das Multimeter auf Ω und schalte die Stromversorgung vollständig ab. Das Bauteil sollte möglichst von der restlichen Schaltung getrennt werden, weil parallel liegende Bauteile den Messwert beeinflussen können.

  1. Spannungsquelle abschalten und gegebenenfalls den Kondensator entladen.
  2. Messbereich wählen oder die automatische Bereichswahl verwenden.
  3. Messspitzen an beide Anschlüsse des Widerstands halten.
  4. Messwert mit dem Nennwert und der zulässigen Toleranz vergleichen.

Zeigt das Gerät bei einem Widerstand nahezu null Ohm, kann ein Kurzschluss vorliegen. Ein sehr hoher oder unendlicher Wert deutet häufig auf eine Unterbrechung hin. Bei eingebauten Widerständen ist Vorsicht nötig, denn die restliche Schaltung kann den angezeigten Wert nach unten ziehen.

Material, Abmessungen und Temperatur verändern den Wert

Der Widerstand hängt nicht nur von Spannung und Strom ab. Für einen homogenen Leiter gilt das Widerstandsgesetz:

R = ρ · l / A

Dabei steht ρ für den spezifischen Widerstand des Materials, l für die Länge des Leiters und A für seine Querschnittsfläche. Ein längerer Draht besitzt also einen größeren Widerstand, während ein größerer Querschnitt den Stromfluss erleichtert.

Die Formel erklärt auch, warum Kupferleitungen trotz gleicher Länge und Dicke einen anderen Widerstand als Konstantandraht haben. Das Material bestimmt über den spezifischen Widerstand, wie stark der Leiter den Stromfluss bremst.

Die Temperatur ist der Punkt, der in einfachen Aufgaben oft fehlt, in der Praxis aber entscheidend sein kann. Metalle werden bei steigender Temperatur meist hochohmiger. Bei einer Glühlampe steigt der Widerstand des heißen Wolframfadens deshalb deutlich gegenüber dem kalten Zustand. Für präzise Berechnungen muss ich daher klären, ob der Widerstand bei Raumtemperatur oder bei der tatsächlichen Betriebstemperatur gemeint ist.

Diese Plausibilitätschecks sparen viele Rechenfehler

Nach jeder Rechnung prüfe ich zuerst die Einheit. Aus Volt geteilt durch Ampere muss Ohm entstehen. Danach kontrolliere ich die Größenordnung: Bei 12 V und 0,5 A kann kein Widerstand im Bereich von mehreren Megaohm herauskommen.

Bei Schaltungen helfen zusätzliche Regeln. Der Gesamtwiderstand einer Reihenschaltung muss größer sein als jeder Einzelwiderstand, bei einer Parallelschaltung kleiner als der kleinste Einzelwert. Stimmen diese Bedingungen nicht, steckt fast immer ein Rechen-, Einheiten- oder Anschlussfehler dahinter.

Für den Alltag reicht das Ohmsche Gesetz sehr weit. Sobald Bauteile ihre Kennlinie verändern, Wärme entsteht oder Wechselstrom mit Spulen und Kondensatoren ins Spiel kommt, muss ich den einfachen Gleichstromwiderstand durch eine genauere Betrachtung des Betriebszustands ergänzen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für einen ohmschen Widerstand gilt R = U / I. Liegen beispielsweise 12 V an und fließen 0,5 A, beträgt der Widerstand 24 Ω. Vor dem Rechnen sollten alle Werte in Volt und Ampere umgewandelt werden.
In der Reihenschaltung werden die Einzelwiderstände addiert, zum Beispiel 10 Ω + 22 Ω + 68 Ω = 100 Ω. In der Parallelschaltung ist der Gesamtwiderstand kleiner als der kleinste Einzelwiderstand. Für 100 Ω und 300 Ω ergibt sich ein Gesamtwert von 75 Ω.
Die Stromversorgung muss vollständig abgeschaltet und ein eventuell vorhandener Kondensator entladen werden. Das Multimeter wird auf Ω gestellt, die Messspitzen werden an beide Anschlüsse gehalten und das Bauteil sollte möglichst von der restlichen Schaltung getrennt sein. Parallele Bauteile können den Messwert verfälschen.
Für einen homogenen Leiter gilt R = ρ · l / A. Ein längerer Leiter hat einen größeren, ein größerer Querschnitt einen kleineren Widerstand; das Material bestimmt den spezifischen Widerstand ρ. Metalle werden bei steigender Temperatur meist hochohmiger, weshalb etwa eine Glühlampe im heißen Zustand einen höheren Widerstand besitzt.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 5.0 / 5 · 1 Bewertung

Tags

ohmsches gesetz reihenschaltung parallelschaltung widerstandsmessung spezifischer widerstand
Autor Darius Götz
Darius Götz
Mein Name ist Darius Götz und ich bringe neun Jahre Erfahrung in den Bereichen Informatik, Naturwissenschaften und moderne Technologien mit. Schon früh entwickelte ich ein großes Interesse an der Schnittstelle zwischen Technologie und Wissenschaft. Es fasziniert mich, komplexe Themen verständlich zu machen und aktuelle Entwicklungen zu verfolgen, um sie für meine Leser greifbar zu machen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, fundierte Informationen zu liefern und schwierige Konzepte zu vereinfachen. Ich lege großen Wert darauf, meine Quellen sorgfältig zu prüfen und Informationen klar zu organisieren, damit sie für jeden zugänglich sind. Mein Ziel ist es, nützliche, präzise und aktuelle Inhalte zu schaffen, die meinen Lesern helfen, die Welt der Informatik und Naturwissenschaften besser zu verstehen.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen