Warum leuchtet eine Lampe heller, wenn die Spannung steigt, und weshalb begrenzt ein Widerstand den Strom? Das Ohmsche Gesetz beschreibt genau diesen Zusammenhang zwischen Spannung, Stromstärke und Widerstand. Ich zeige die Formel, rechne typische Beispiele durch und erkläre, wann sie zuverlässig gilt und wann Bauteile davon abweichen.
Die wichtigsten Zusammenhänge auf einen Blick
- Grundformel ist U = R · I.
- Spannung U wird in Volt, Stromstärke I in Ampere und Widerstand R in Ohm gemessen.
- Bei gleicher Spannung führt ein größerer Widerstand zu weniger Strom.
- Die Formel gilt direkt nur für ohmsche Widerstände mit konstantem Widerstandswert.
- Für elektrische Leistung gilt P = U · I.

Die drei Größen im Stromkreis richtig verstehen
Die Spannung U ist der elektrische Antrieb, der Ladungen durch einen Leiter bewegt. Sie wird in Volt gemessen. Die Stromstärke I beschreibt, wie viel elektrische Ladung pro Zeit fließt, und wird in Ampere angegeben.
Der Widerstand R bremst den Stromfluss. Seine Einheit ist das Ohm mit dem Zeichen Ω. Ein Widerstand von 1 Ω lässt bei einer Spannung von 1 V einen Strom von 1 A fließen. Für die Praxis bedeutet das: Erhöht sich die Spannung bei gleichbleibendem Widerstand, steigt der Strom proportional an.
Die zentrale Beziehung lautet U = R · I. Daraus lassen sich zwei weitere Formen ableiten:
| Gesuchte Größe | Formel | Einheit |
|---|---|---|
| Spannung | U = R · I | Volt (V) |
| Stromstärke | I = U ÷ R | Ampere (A) |
| Widerstand | R = U ÷ I | Ohm (Ω) |
Ich merke mir dabei nicht nur ein Formel-Dreieck, sondern frage zuerst, welche Größe gesucht ist. Das verhindert einen häufigen Fehler: Spannung und Stromstärke werden nicht vertauscht, auch wenn beide elektrische Größen sind.
So berechnest du Spannung, Strom und Widerstand
Angenommen, eine Schaltung wird mit 12 V betrieben und enthält einen Widerstand von 4 Ω. Gesucht ist die Stromstärke. Eingesetzt in die umgestellte Formel ergibt sich I = 12 V ÷ 4 Ω = 3 A.
Der Widerstand muss dabei für diesen Strom ausgelegt sein. Aus der Leistung lässt sich zusätzlich berechnen, wie stark er belastet wird: P = U · I, also 12 V · 3 A = 36 W. Ein kleiner Widerstand mit 0,25 W würde in diesem Beispiel sehr heiß werden und wahrscheinlich ausfallen.
Auch die beiden anderen Fälle sind schnell gelöst:
- Bei 2 A durch einen Widerstand von 15 Ω gilt U = 15 Ω · 2 A = 30 V.
- Bei 9 V und 300 mA gilt R = 9 V ÷ 0,3 A = 30 Ω.
Bei Milliamperen muss ich besonders sorgfältig umrechnen. 300 mA entsprechen 0,3 A, nicht 300 A. Genau solche Einheitenfehler sind bei einfachen Aufgaben meist wahrscheinlicher als ein mathematischer Fehler.
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Die elektrische Leistung nicht vergessen
Aus der Grundformel entstehen drei praktische Leistungsformeln: P = U · I, P = I² · R und P = U² ÷ R. Sie zeigen, wie viel Energie ein Bauteil pro Zeit umsetzt, zum Beispiel als Licht, Wärme oder Bewegung.
Bei einem Widerstand von 100 Ω an 10 V fließen 0,1 A. Die Leistung beträgt 1 W. Für einen Dauerbetrieb würde ich deshalb keinen 1-W-Widerstand ohne Reserve einsetzen, sondern eher eine belastbarere Variante wählen, weil Wärme, Umgebungstemperatur und Einbau die tatsächliche Belastbarkeit beeinflussen.
Was sich bei Reihen- und Parallelschaltungen ändert
In einer Reihenschaltung fließt durch alle Widerstände dieselbe Stromstärke. Die Widerstände addieren sich. Zwei Widerstände mit 100 Ω und 220 Ω ergeben deshalb einen Gesamtwiderstand von 320 Ω.
Liegt an dieser Reihenschaltung eine Spannung von 9 V, beträgt der Strom 9 V ÷ 320 Ω = 28,1 mA. Der größere Widerstand erhält dabei auch den größeren Spannungsabfall. Am 100-Ω-Widerstand fallen ungefähr 2,81 V ab, am 220-Ω-Widerstand etwa 6,19 V.
In einer Parallelschaltung liegt an jedem Zweig dieselbe Spannung. Die Ströme teilen sich auf. Ein 100-Ω-Widerstand und ein 200-Ω-Widerstand an 12 V ziehen jeweils 0,12 A beziehungsweise 0,06 A. Zusammen fließen 0,18 A.
| Schaltung | Gleich bleibt | Gesamtwiderstand |
|---|---|---|
| Reihenschaltung | Stromstärke | Rges = R1 + R2 + ... |
| Parallelschaltung | Spannung | Bei zwei Widerständen: Rges = (R1 · R2) ÷ (R1 + R2) |
Gerade bei Parallelschaltungen unterschätzen Einsteiger oft den Gesamtstrom. Mehrere Verbraucher können die Spannungsquelle deutlich stärker belasten, obwohl jeder einzelne Zweig unkritisch aussieht.
Wann die Formel gilt und wann sie nicht reicht
Die einfache Rechnung setzt voraus, dass der Widerstand konstant bleibt. Das ist bei vielen Metallwiderständen in einem begrenzten Temperaturbereich eine gute Näherung. Erwärmt sich das Bauteil stark, kann sich sein Widerstand jedoch verändern.
Eine Glühlampe ist deshalb kein idealer ohmscher Widerstand. Ihr Glühdraht wird heiß und besitzt dann einen deutlich höheren Widerstand als im kalten Zustand. Auch Dioden und LEDs zeigen eine nichtlineare Kennlinie, weil der Strom nicht proportional mit der Spannung wächst.
In solchen Fällen beschreibt man das Verhalten besser mit einer Strom-Spannungs-Kennlinie. Der Quotient U ÷ I kann zwar an einem bestimmten Arbeitspunkt berechnet werden, aber er ist nicht automatisch ein konstanter Widerstand für die gesamte Bauteilkennlinie.
Für Wechselstromkreise mit Spulen oder Kondensatoren reicht der reine Widerstandsbegriff ebenfalls nicht aus. Dort spielen Phasenverschiebung und die komplexe Impedanz eine Rolle. Für einfache Gleichstromschaltungen mit ohmschen Bauteilen bleibt die Grundformel jedoch ein sehr zuverlässiges Werkzeug.
So misst du die Größen im echten Stromkreis
Ein Spannungsmessgerät wird parallel zum Bauteil angeschlossen, weil es die Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten misst. Ein Strommessgerät kommt dagegen in Reihe, damit der gesamte zu messende Strom durch das Gerät fließt.
Der häufigste gefährliche Messfehler ist, ein Multimeter im Strommessbereich direkt an eine Spannungsquelle zu halten. Das erzeugt nahezu einen Kurzschluss und kann die Sicherung des Messgeräts auslösen oder die Schaltung beschädigen. Ich prüfe deshalb vor jeder Messung Messbereich, Buchsen und Anschlussart.
Auch die Messgeräte selbst beeinflussen die Schaltung leicht. Ein Voltmeter sollte einen hohen Innenwiderstand besitzen, ein Amperemeter einen möglichst niedrigen. Bei kleinen Strömen oder empfindlichen Schaltungen können diese Eigenschaften das Ergebnis messbar verändern.
Arbeiten an Netzspannung gehören nicht in einen Versuch mit frei verdrahteten Bauteilen. Für Lernaufgaben sind Batterien, Labornetzgeräte mit Strombegrenzung und Kleinspannungen die deutlich bessere Wahl. Die Formel erklärt den Zusammenhang, ersetzt aber keine elektrische Sicherheitsausbildung.
Der schnellste Plausibilitätscheck für jede Rechnung
Bevor ich ein Ergebnis übernehme, prüfe ich drei Dinge. Erstens müssen die Einheiten zusammenpassen. Zweitens muss ein größerer Widerstand bei gleicher Spannung zu einem kleineren Strom führen. Drittens darf die berechnete Leistung die zulässige Belastbarkeit des Bauteils nicht überschreiten.
- U steigt, R bleibt gleich: I steigt.
- R steigt, U bleibt gleich: I sinkt.
- U = 0 V: Bei einem idealen ohmschen Widerstand fließt kein Strom.
- R = 0 Ω: Theoretisch wäre der Strom unbegrenzt, praktisch entsteht ein Kurzschluss.
Wer diese vier Fälle versteht, hat den Kern des ohmschen Zusammenhangs bereits sicher im Griff. Die Formel ist einfach, aber ihre zuverlässige Anwendung hängt davon ab, ob Bauteil, Temperatur, Messaufbau und Leistungslimit zur idealisierten Rechnung passen.